Wysocki: Sicherheit, Bildung und Digitalisierung haben Priorität
Der Kreistag des Wetteraukreises hat den Anpassungsbeschluss für den Haushalt 2026 mit breiter Mehrheit verabschiedet. Neben der Regierungskoalition von CDU und SPD stimmten auch Bündnis 90/Die Grünen und die Freien Wähler dem Beschluss zu. Die CDU-Kreistagsfraktion wertet das Votum als wichtiges Signal für Stabilität und Handlungsfähigkeit des Kreises.
„Wir beraten heute nicht nur Zahlen, wir beraten Verantwortung“, betonte der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Sebastian Wysocki, in seiner Haushaltsrede. Der ursprünglich geplante Überschuss habe sich aufgrund massiv veränderter Rahmenbedingungen in einen Fehlbedarf von rund 18,7 Millionen Euro gewandelt. Ursachen seien unter anderem stark gestiegene Baukosten, der Wegfall eines Bundeszuschusses im Sozialbereich von über 10 Millionen Euro, zusätzliche Belastungen in der Schulbauunterhaltung und Verschiebungen im Kommunalen Finanzausgleich.
Der Haushalt 2026 umfasst Ausgaben von 673,7 Millionen Euro, Investitionen in Höhe von 123,3 Millionen Euro sowie Einnahmen von 663,6 Millionen Euro. „Haushaltspolitik im Jahr 2025 heißt priorisieren, strukturieren und gleichzeitig investieren – aus Verantwortung, nicht aus Übermut“, so Wysocki.
Sicherheit: Bevölkerungsschutz konsequent gestärkt
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf dem Zivil- und Katastrophenschutz. Mit der neuen, vollständig autarken Leitstelle in der Steinkaute in Friedberg verfügt der Kreis erstmals über eine moderne Führungsstruktur für Krisenlagen. Zudem wird der ehemalige OBI-Markt zu einem Katastrophenschutz-Lager mit Schulungsräumen und Feuerwehr-Übungsturm umgebaut. Ein Meilenstein sei das interkommunale Starkregenfrühwarnsystem mit Main-Kinzig- und Hochtaunus-Kreis, das bis 2027 entsteht und mit 2,45 Millionen Euro vom Land gefördert wird. Ergänzt wird dies durch den Einsatz der KATRETTER-App, mit der qualifizierte Ersthelfer frühzeitig alarmiert werden.
Verwaltung digitalisieren – Zukunft gestalten
Als Pilotlandkreis in Hessen und bundesweite Modellregion treibt der Wetteraukreis die Verwaltungsdigitalisierung voran. Allein 2026 fließen zusätzlich 3,8 Millionen Euro aus dem Landesprogramm in IT-Infrastruktur, Prozessautomatisierung und Datensicherheit. „Wir sind Gestalter der Verwaltungsmodernisierung – nicht Zaungast“, stellte Wysocki klar.
Rekordinvestitionen in Schulen
Mit einem Investitionsvolumen von rund 658 Millionen Euro für 52 Schulen in den nächsten 5 Jahren realisiert der Kreis das größte Schulbauprogramm seiner Geschichte. Aktuell laufen 40 Maßnahmen, darunter in Niddatal, Butzbach, Büdingen, Bad Vilbel und Ortenberg. In diesen Tagen fertiggestellt wurden die neue Quellenschule Bad Vilbel und die Bibliothek der Singbergschule Wölfersheim. Für 2026 sind weitere Großprojekte geplant – von Ganztagsausbau bis Ersatzneubau.
DigitalPakt: abgeschlossen – Daueraufgabe begonnen
Im Rahmen des DigitalPakts Schule wurden 31,5 Millionen Euro investiert, davon 19,6 Millionen Euro Fördermittel. Der Kreis hat unter anderem 500 Kilometer Netzwerkkabel, 3.836 Access Points und 1.696 digitale Tafeln installiert. „Digitalisierung ist kein Projekt, sondern eine Daueraufgabe“, erklärte Wysocki mit Blick auf die künftigen Kosten für Wartung und Ersatzbeschaffung.
Entlastung der Kommunen
Die Kreisumlage wird 2026 um 0,6 Punkte auf 35,3 Prozent gesenkt, während die Schulumlage auf 18,42 Prozent steigt. „Wir wissen, dass eine Gesamtumlage von 53,72 Prozent belastend ist. Aber sie ist finanzielle Notwendigkeit, nicht politische Willkür“, so Wysocki. Durch Weitergabe eines beträchtlichen Teils der 6,4 Millionen Soforthilfe der Landesregierung in Hessen trägt der Wetteraukreis zu einer finanziellen Entlastung der Kommunen bei.
Zur Konsolidierung gehören eine Stellenbesetzungssperre für 2025/2026, eine interne Arbeitsgruppe zur Haushaltsanalyse sowie die Inanspruchnahme der Landesberatung zur Haushaltskonsolidierung.
„Dieser Anpassungsbeschluss ist kein Wohlfühlpaket, sondern ein Stabilitätsanker“, resümierte Wysocki. Priorität hätten Sicherheit, Bildung, Digitalisierung und finanzielle Verantwortung. „Der Wetteraukreis bleibt handlungsfähig, investitionsfähig und zukunftsfähig.“