Zum Tod von Schäfer Volker Weyland – ein prägendes Stück Bad Vilbel geht verloren

Stadtrat und Bürgermeister würdigen jahrzehntelanges Wirken

Bad Vilbel trauert um den langjährigen Schäfer Volker Weyland, der über Jahrzehnte hinweg das Landschaftsbild der Stadt in besonderer Weise geprägt hat. Mehr als 50 Jahre gehörte er mit seiner Herde ganz selbstverständlich zu Bad Vilbel. Zwischen Wingerten und Stadtwald hatte er seinen festen Standplatz, zugleich war er mit seinen Schafen immer unterwegs, so wie es zum Wesen der Wanderschäferei gehört.

„Volker Weyland war weit mehr als ein Schäfer – er war ein stiller Landschaftspfleger, der mit seiner täglichen Arbeit einen unschätzbaren Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft geleistet hat“, würdigt Bürgermeister Sebastian Wysocki den Verstorbenen. „Seine Schafe haben über Jahrzehnte hinweg dafür gesorgt, dass unsere charakteristischen Streuobstwiesen erhalten blieben. Das ist gelebter Umwelt- und Naturschutz, ganz ohne große Worte.“

Mit seiner Herde hielt Volker Weyland die Aussaaten der Obstbäume kurz und verhinderte so, dass wertvolle Baumstücke verbuschten oder verwaldeten. Was heute vielerorts mit Maschinen erledigt werden muss, leisteten seine Schafe zuverlässig, nachhaltig und im Einklang mit der Natur.

Auch menschlich wird Volker Weyland vielen Bürgerinnen und Bürgern in Erinnerung bleiben. Für Interessierte – insbesondere für neugierige Kinder – hatte er stets ein offenes Ohr und ein erklärendes Wort parat. Er nahm sich Zeit, erzählte von seiner Arbeit, vom Leben und von der Welt. Dabei entwickelte er ein eigenes, unabhängiges Urteil, das von Erfahrung und Beobachtung geprägt war.

„Als langjähriger Liegenschaftsdezernent habe ich die Bedeutung der Schäferei für unsere Flächen und die Pflege der Landschaft immer sehr geschätzt“, erklärt Stadtrat Klaus Minkel. „Volker Weyland hat mit seiner Arbeit über Jahrzehnte hinweg einen Beitrag geleistet, der heute kaum hoch genug eingeschätzt werden kann. Sein Tod ist ein herber Verlust – nicht nur für Bad Vilbel, sondern auch für den Erhalt traditioneller Formen der Landschaftspflege.“

Mit Volker Weyland verliert Bad Vilbel einen Vertreter eines archaischen, aber immer noch bedeutungsvollen Berufs. Die Wanderschäferei ist, wie vieles Althergebrachte, vom Aussterben bedroht. Umso größer ist die Lücke, die er hinterlässt.

Die Stadt Bad Vilbel wird Volker Weyland ein ehrendes Andenken bewahren und spricht seiner Familie sowie allen Angehörigen ihr tief empfundenes Mitgefühl aus.

Quelle: Stadt Bad Vilbel

Weiter
Weiter

Baubeginn am Riederwaldtunnel