Der 1. Juli 2016 war für Sebastian Wysocki ein einschneidender Moment in seinem Leben. Mit diesem Tag begann für ihn eine neue Herausforderung, er trat seinen Dienst als Erster Stadtrat seiner Heimatstadt Bad Vilbel an. Dieses kleine Jubiläum nehmen wir gern zum Anlass, um ihm passend zu der fünfjährigen Amtszeit fünf Fragen zu stellen.

Herr Wysocki, fünf Jahre im Amt des Ersten Stadtrats. In dieser Zeit ist nicht nur objektiv gesehen viel passiert. Welche Entscheidungen und Beschlüsse sind für Sie rückblickend die Wichtigsten Ihrer bisherigen Amtszeit?

Da gibt es nicht den wichtigsten Beschluss oder die wichtigste Entscheidung. Natürlich gibt es prägende Vorhaben wie der Bebauungsplan für die Therme oder der für die Vilco. Für mich waren und sind aber auch die kleinen Dinge von großer Wichtigkeit. Hier eine defekte Bank zu ersetzen oder da mit einer neuen Straßenlaterne für mehr Licht zu Sorgen. Sicher nicht ganz unbedeutend waren aber auch die vielen Investitionen und Maßnahmen in die Nahmobilitäts- und Radverkehrsinfrastruktur in den vergangenen Jahren.

Sie sind, wie Sie selbst sagen, ein Bad Vilbeler Bub. Wie fühlt es sich da an, seine Heimatstadt an so entscheidender Stelle mitgestalten zu dürfen?

Das soll jetzt nicht zu pathetisch klingen, aber ich empfinde meine Tätigkeit für unsere Stadt als Privileg. Ich bin Bad Vilbeler durch und durch. Bis auf sieben Tage, die ich nach meiner Geburt im Bürgerhospital Frankfurt verbracht habe, lebe ich ununterbrochen in unserer schönen Stadt. Ich liebe die Stadt mit ihren Menschen, ihren Ecken und Kanten. Bad Vilbel ist eine quirlige und lebendige Stadt. Hier ist immer irgendwo etwas los. Eine Stadt, deren Herzschlag ein buntes, vielfältiges und aktives Gemeinschafts- und Vereinsleben ist. Diese pulsierende Vielfalt der Möglichkeiten macht Bad Vilbel zur Heimat für alle Generationen. Dieser Stadt habe ich unglaublich viel zu verdanken, und dieser Stadt möchte ich davon etwas zurückgeben.

Als Dezernent für den Verkehr, für Planen und Bauen, für den Betriebshof, die Feuerwehr sowie die öffentliche Sicherheit und Ordnung ist sicher nicht jeder Tag wie der andere. Wie bekommen Sie in diese vielen Aufgaben eine Struktur?

Ich bin an sich ein gut strukturierter Mensch, habe eine ausgezeichnete Wiedervorlage, ein ganz passables Gedächtnis und kann gut zuhören. Das hilft natürlich sehr, bei den vielen Themen den Überblock zu behalten. Außerdem habe ich wöchentliche Besprechungen mit den Führungskräften der einzelnen Fachdienste in meinem Zuständigkeitsbereich, wo wir uns aktuelle Fragestellungen und zukünftige Vorhaben austauschen. Da profitiere ich natürlich auch sehr von dem Fachwissen meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Als junger Familienvater haben Sie das Ohr immer nah an den Belangen junger Familien und wissen mit neuen und innovativen Ideen umzugehen, als Bad Vilbeler seit Geburt kennen Sie aber auch viele ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger und alle Bad Vilbeler Traditionen. Inwiefern macht genau diese Mischung den Charme unserer Quellen- und Festspielstadt aus?

Es sind die Menschen, die unseren Ort prägen, ihn so charmant und liebenswert machen, ja Bad Vilbel erst zudem werden lassen, was es ist. In all den Jahren habe ich eines gelernt: Bad Vilbel ist das, was wir daraus machen. Das spornt mich an, jeden Tag dafür zu arbeiten, dass Bad Vilbel eine prosperierende, lebendige Stadt ist, in der wir gut und gerne leben, in der wir unsere Kinder großwerden sehen wollen und wo wir uns zuhause fühlen. Hierfür muss sich unsere Stadt aber auch weiterentwickeln, neue, innovative Wege gehen. Ich lebe nun seit mehr als 36 Jahren hier, kenne die unterschiedlichen Facetten dieser Stadt, ihre Vielfalt, ihre Stärken aber auch ihre Schwächen.

Blicken wir fünf Jahre voraus. Wie wird Bad Vilbel dann aussehen und welche Wegmarken werden uns bis dahin begleiten?

Aufbauend auf dem Geleisteten der vergangenen Jahrzehnte möchte ich mich mit ganzer Kraft für die erfolgreiche Weiterentwicklung unserer Stadt in den kommenden Jahren einsetzen. Bad Vilbel wird dann hoffentlich seinen Charme behalten. In fünf Jahren wird unser Innenstadtumbau erfolgreich abgeschlossen sein. Mit einer komplett umgestalteten Frankfurter Straße, mit der Vilco, dem sanierten Kurhaus und vielem mehr sehe ich eine pulsierende Innenstadt vor mir mit einem breiten Angebot an Händlern, Dienstleistern und Gastronomie. Das kostet noch Kraft, weil die Baumaßnahmen natürlich Beeinträchtigungen mit sich bringen, aber am Ende wird sich das alles auszahlen. Ich sehe uns in fünf Jahren wieder einen großen Schritt weiter bei der Mobilitätswende. Wir investieren konsequent in die Stärkung der Nahmobilität. Ich sehe aber auch mehr Stadtgrün und eine attraktive Park- und Freizeitlandschaft mit neuen und modernen Spielplätzen für unsere Kleinsten. Ich sehe es als meine Aufgabe an, dazu beizutragen, dass Familien die Rahmenbedingungen dafür erhalten, um nach ihren individuellen Wünschen, Möglichkeiten und Lebensmodellen die Erziehung, Betreuung und Bildung ihrer Kinder zu gestalten. Für mich heißt das: Wahlfreiheit. Zur echten Wahlfreiheit gehört, dass ausreichende und vor allem unterschiedliche Betreuungsangebote für Klein- und Schulkinder zur Verfügung stehen.

Herr Wysocki, vielen Dank für die Antworten und Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem „kleinen Dienstjubiläum“.

Quelle: Stadt Bad Vilbel

« Mehr Gefäße und häufigere Leerung bei öffentlichen Papierkörben Neben dem Rathaus darf bald getobt und gebellt werden »